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Sommerausstellung 2026 "FUNDSTÜCKE AM WEGESRAND - VON PFLANZEN UND DINGEN"

Ausstellung Karin Orell - 12.07.2026 – 26.07.2026

 

FUNDSTÜCKE AM WEGESRAND

VON PFLANZEN UND DINGEN

 

Alles modular und flexibel. Räume im Wandel.

Das Konzept der Mobilität steht heute vielfach im Mittelpunkt unserer Denkweise.

Im Vergleich dazu: Die über Generationen weitergereichte Tradition.

Intelligente und anpassungsfähige Strukturen erfreuen uns gleich wie verlässlich reproduzierende Organismen.

„Ein Teil der Gärten meiner Kindheit wurde überwuchert von Bambus und Schilf, dann kam das Springkraut und blieb. Das am südlichen Rand des mitteleuropäischen Klimas gelegene Gebiet schaffte es nicht, der Brennnessel die entsprechenden tropischen Voraussetzungen zu schaffen, um dem rosa und rot blühenden Gewächs etwas entgegensetzen zu können. Das Springkraut verliebte sich auch in die Ränder der nahe gelegenen Wälder und begann in sie hinein zu wachsen. Ich fürchtete um die Pilze, wie sich herausstellte, war dies unbegründet.

Invasive Pflanzen haben sich sicher schon vor meiner Kindheit effizient niedergelassen und bis heute nachhaltig verbreitet. Ich bin weitergezogen, und sie scheinen immer auch dort zu sein, wo ich gerade bin. Sie vermischen sich mit Dingen, die ich abseits der Wege vorfinde: Schraubschlüssel, Steine, Käfer, und immer neue Pflanzen.“ (K.Orell)

 

Karin Orell entwickelte parallel zu ihrer Arbeit mit textilen Materialien einen eigenen zeichnerischen Strich, den sie konsequent weiterverfolgt. Am ehesten sichtbar in großformatigen Arbeiten , bewegt sich dieser Strich zur Erforschung der Fläche, schichtet übereinander. Der Raum entwickelt sich aus der Geschichte des Bildes, aus dem Subtext.

Vielleicht auch daher ihre Affinität zu Doppelbelichtungen in der Fotografie.

Dabei entsteht ein Abbild mehrerer Augenblicke, das nicht durch digitale Bearbeitung, sondern durch Reihung der Bilder, die dadurch entstehen sobald sie in der Kamera sind und danach nicht mehr verändert werden.

Im Zeichnen liegt gleichzeitig Herausforderung, Scheitern und Spiel. Im analogen Zeichnen wird die Korrektur von eigener Hand ausgeführt und kann so immer wieder zu einem Moment des Glücks führen, das Künstlerinnen und Künstler ihr Leben lang vorantreibt.

Joseph Beuys verstand Zeichnungen grundsätzlich als Erweiterung der Sprache und als „Denk Formen“ (Eugen Blume, aus: Die Sammlungen: Joseph Beuys).

Fundstücke da wie dort, konzentrieren wir uns in dieser Ausstellung auf das graphische und fotographische Betätigungsfeld von Karin Orell - ohne dabei zu vergessen, dass es mitunter auch die eine oder andere malerische Ergänzung geben kann.

 

Kurzbiografie Karin Orell:

Karin Orell (geboren 1959 in Wagna in der Südsteiermark) ist Zeichnerin, Textilkünstlerin und Fotografin.

Sprache und Kultur bezeichnet sie als zwei der essentiellen Säulen der Menschheit – gestützt u.a. durch „Taste“ wie Geschmack und Geruch, verbunden mit Empathie.

Sie verfolgte sowohl Geisteswissenschaftliche (Germanistik, Kunstgeschichte und Soziologie) als auch im Künstlerische Studien (Textiles Gestalten am Mozarteum Salzburg, Meisterklasse TG an der Kunstuni Linz, Fotografie an der Prager Fotoschule Österreich).

Ihre Arbeiten sind immer wieder „raumgreifend“ und gehen in den verschiedenen Disziplinen mit von ihr verfassten Texten sowie von Zeit zu Zeit auch kulinarischen Darbietungen eine Symbiose ein. Ihr ist es wichtig, dabei Raum für Widersprüche, Ungewissheiten sowie Randerscheinungen zu lassen.

Lange Zeit als Produktionsleiterin in organisatorischen, künstlerischen und handwerklichen Belangen bei den Salzburger Festspielen arbeitend, widmet sie sich seit 2021 wieder ausschließlich ihren persönlichen künstlerischen Arbeiten.

Sie lebt und arbeitet in der Stadt Salzburg sowie in Scharnstein im Almtal.

 

Zur Ausstellung spricht Marlene Elvira Steinz (Bild):

Marlene Elvira Steinz ist Kunsthistorikerin, Kuratorin und Autorin mit Schwerpunkt auf moderner und zeitgenössischer Kunst. Sie studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Philosophie und Religionswissenschaften in Wien und war unter anderem am Museum Angerlehner tätig. Heute arbeitet sie international als freie Kuratorin, entwickelt Ausstellungsformate, verfasst kunstwissenschaftliche Texte und ist in Jury- und Expert:innentätigkeiten eingebunden, unter anderem für Bares für Rares Österreich. Ihre Arbeit ist geprägt von einem interdisziplinären Zugang sowie von kontinuierlichem Austausch im europäischen Kontext.

Ihre kuratorische Praxis ist phänomenologisch fundiert und verbindet Wahrnehmung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Ausstellungen versteht sie als relationale Räume, in denen Bedeutung im Prozess des Sehens entsteht und Sichtbarkeit als Ausdruck von Machtstrukturen verhandelt wird. Ein besonderer Fokus liegt auf feministischen Perspektiven, der Sichtbarmachung weiblicher Lebensrealitäten sowie auf Themen wie Care, Körper und sozioökonomischen Bedingungen. Gleichzeitig verfolgt sie einen offenen, interkulturellen Ansatz, der unterschiedliche künstlerische Positionen in einen erweiterten Dialog bringt. Ziel ihrer Arbeit ist es, Wahrnehmung als kritisches Instrument zu schärfen und neue, inklusive Formen des Sehens und Verstehens zu ermöglichen.

 

Vernissage: Sonntag, 12. Juli 2026, um 11:00 Uhr

Öffnungszeiten:

Donnerstag, 16. Juli von 14:00 - 19:00 Uhr

Freitag, 17. Juli von 17:00 - 22:00 Uhr - mit Jazzmusik

Samstag, 18. Juli von 17:00 - 22:00 Uhr - mit Jazzmusik

Sonntag, 23. Juli von 14:00 - 19:00 Uhr

Samstag, 25. Juli von 11:00 - 17:00 Uhr - mit Mittagstisch

Sonntag, 26. Juli von 11:00 - 17:00 Uhr - mit Mittagstisch

 

Wann:
Sonntag, 26. Juli 2026 - 11:00
Wo:
Seminarhaus Hollengut - Weinberg 8, 4671 Neukirchen b. L.
Info & Anmeldung:
Marlene Elvira Steinz